Den Müll rausbringen
by zeichenkette
Holzhammermetapher.
Zumindest die Mülltrennung hat dafür gesorgt, dass ich diese lästige Alltagsangelegenheit mit etwas mehr Aufmerksamkeit betrachte. Was entferne ich also aus meinem Haushalt? Als Einzelperson bringe ich in einer Woche mehr Plastikabfall durch als alle anderen Sorten Zeugs. Ganz besonders Plastikmüll hat es mir angetan. Plastik lässt sich gut verbrennen und hat diese schönen schweren Rauchfäden. Plastik hält auch am längsten.
Manchmal, zum Beispiel an Raststätten, finde ich am Wegrand Verpackungen, die Familien dort liegen gelassen haben. Familien, die vermutlich schon längst eine Generation weiter gerückt sind. Rügenwalder Streichleberwurst gab es also auch schon vor zwanzig Jahren, denke ich mir dann und trinke meinen Pausenkaffee aus, den ich aber für die Müllverbrennung bestimme und in die Tonne werfe. Zuviel sinnfreie Beständigkeit macht irgendwie melancholisch.
Aber diese hat ihre ganz eigene Nachhaltigkeit:
Das Interessante an Plastikmüll ist, dass man im Gegensatz zu den gängigen anderen Hausmüllsorten mit dem Verschwinden nachhelfen muss. Kompost und auch Papier hingegen haben sich irgendwann erübrigt.
Was hält zum Beispiel ein Mensch in zweihundert Jahren von einer Verpackung Rügenwalder Streichleberwurst, die er behutsam aus den Ruinen meiner Wohnung freilegt? Er wird sich nach dem Alltagsleben eines Menschen Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts gefragt haben, denn sonst würde er nicht in meinem Müll herumfuhrwerken. Und während alle anderen wertvollen Dinge wie Zahnbürste, Handy-Ladegerät und Flaschenöffner schon vor Jahrzehnten geplündert wurden, bleibt diese Verpackung sein einziges Zeugnis aus der großen Ära des Endverbrauchers#.
Ich sammle euch Schätze, ihr Grundlagen archäologischer Streitbarkeit, packe euch in Säcke und warte, dass es euch zu eng wird, damit ich euch in Tonnen werfe. Wir sollten euch besser behandeln. Auf euch wird es ankommen, wenn meine Wohnung längst unter Schlamm begraben ist, wenn Autobahnen leer und runzlig durch die Felder schneiden und noch nicht einmal Moose auf den Festplatten von meinem Facebook-Profil zehren.
Zumindest die Mülltrennung hat dafür gesorgt, dass ich diese lästige Alltagsangelegenheit mit etwas mehr Aufmerksamkeit betrachte. Was entferne ich also aus meinem Haushalt? Als Einzelperson bringe ich in einer Woche mehr Plastikabfall durch als alle anderen Sorten Zeugs. Ganz besonders Plastikmüll hat es mir angetan. Plastik lässt sich gut verbrennen und hat diese schönen schweren Rauchfäden. Plastik hält auch am längsten.
Manchmal, zum Beispiel an Raststätten, finde ich am Wegrand Verpackungen, die Familien dort liegen gelassen haben. Familien, die vermutlich schon längst eine Generation weiter gerückt sind. Rügenwalder Streichleberwurst gab es also auch schon vor zwanzig Jahren, denke ich mir dann und trinke meinen Pausenkaffee aus, den ich aber für die Müllverbrennung bestimme und in die Tonne werfe. Zuviel sinnfreie Beständigkeit macht irgendwie melancholisch.
Aber diese hat ihre ganz eigene Nachhaltigkeit:
Das Interessante an Plastikmüll ist, dass man im Gegensatz zu den gängigen anderen Hausmüllsorten mit dem Verschwinden nachhelfen muss. Kompost und auch Papier hingegen haben sich irgendwann erübrigt.
Was hält zum Beispiel ein Mensch in zweihundert Jahren von einer Verpackung Rügenwalder Streichleberwurst, die er behutsam aus den Ruinen meiner Wohnung freilegt? Er wird sich nach dem Alltagsleben eines Menschen Anfang des einundzwanzigsten Jahrhunderts gefragt haben, denn sonst würde er nicht in meinem Müll herumfuhrwerken. Und während alle anderen wertvollen Dinge wie Zahnbürste, Handy-Ladegerät und Flaschenöffner schon vor Jahrzehnten geplündert wurden, bleibt diese Verpackung sein einziges Zeugnis aus der großen Ära des Endverbrauchers#.
Ich sammle euch Schätze, ihr Grundlagen archäologischer Streitbarkeit, packe euch in Säcke und warte, dass es euch zu eng wird, damit ich euch in Tonnen werfe. Wir sollten euch besser behandeln. Auf euch wird es ankommen, wenn meine Wohnung längst unter Schlamm begraben ist, wenn Autobahnen leer und runzlig durch die Felder schneiden und noch nicht einmal Moose auf den Festplatten von meinem Facebook-Profil zehren.
Die Unvergänglichkeit von Plastikmüll zieht sich nicht nur durch Deutschlands Autobahnraststätten und Parkplätze, ich möchte kurz die Aufmerksamkeit auf die Kleinigkeiten in den Meeren dieser Welt lenken, die sich sammeln in überdimensionalen Strudeln aus Plastikschrot; Schrot, da sich die Flaschen und Verpackungen schon längst an den Naturgewalten zermahlen haben. Ich frage mich schon länger, wann die ersten Fischer nicht länger Fische fangen, sondern Plastikmüll, weil Brennstoffe teurer und teurer geworden sind und es sich auszahlt, dass man den eigenen Dreck in der Welt doch noch einer Aggregatszustandsänderung unterzieht.
schöne perspektive : )